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Ein Sockel für Tobias Rehberger

English version below.

Der Titel der Rauminstallation ist selbstredend: „It is what it is (a pedestal for Tobias Rehberger)“. Der Künstler Sathit Sattarasart setzt sich in seinen Arbeiten oft mit den Präsentationsweisen von Kunstwerken auseinander. In diesem Fall handelt es sich um einen Sockel in dessen Zentrum das zu präsentierende Werk – eine Aquarellarbeit des Frankfurter Künstlers Tobias Rehberger – eingelassen ist. Der Sockel selbst ist dabei kein Objekt der Distanzierung zwischen Betrachter und Werk, sondern übernimmt die gegensätzliche Funktion – Sie ist Mittel der Partizipation, die als Sitzgelegenheit den Besucher dazu einlädt Platz zu nehmen. Das Werk von Tobias Rehberger ist während des Verweilens permanent präsent, ohne allzu aufdringlich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zu ziehen. Sattarasart möchte in der ungewöhnlichen Umdeutung des Sockels eine ehrliche Geste des Respekts gegenüber seinem Lehrer Tobias Rehberger verstanden wissen.

Anlässlich der Städelabsolventenausstellung „Home of the Brave“ im MMK 1 und 3 sprachen wir mit Sathit Sattarasart über die Idee hinter seiner Arbeit, über Mut sowie seine Zukunftspläne.

 

Was bedeutet es für dich mutig zu sein?
Ich wünschte, ich wüsste eine Antwort darauf.

Sathit_Sattarasart_It_is_what_it_is_a_pedestal_for_Tobias_Rehberger_2017_1Sathit Sattarasart: It is what it is (a pedestal for Tobias Rehberger), 2017, Courtesy of the artist, Photo: Axel Schneider

Ist es mutig im Jahr 2017 ein Künstler zu sein?
Das klingt nach einer Frage, über die ich nachdenken werde, bevor ich nachts weinend einschlafe.

Kannst du uns ein paar Hintergrundinformationen zu deiner ausgestellten Arbeit geben? Wie bist du auf die Idee gekommen?
Ich erinnere mich daran, dass ich 2013 für meinen zweiten Städelschule-Rundgang eine kleine Ausstellung in meinem Atelier organisiert habe. Diese Präsentation zeigte Werke früheren Tutoren. Meinen Ideen und Gedanken zu diesen Arbeiten habe ich durch individuelle Rahmungen Ausdruck verliehen. Ich denke, das hat in diesem Kontext gut funktioniert.

Daher war die Idee für meine Abschlussarbeit ganz einfach. Denn ich dachte, dass jetzt meine Chance ist, etwas im akademischen Kontext anzufertigen und so einen Abschluss für mein Projekt zu finden. Zu Ehren meines Professors Tobias Rehberger habe ich einen Sockel für eine seiner Arbeiten gestaltet. Sockel haben das Potenzial Kunstwerke unterstützen, indem sie eine bessere Bedingung für die Arbeiten schaffen.

Es gibt so viele Möglichkeiten der Unterstützung. Ich habe daher für das Gemälde einen Sockel entworfen, der das Gewicht der Besucher trägt, die dazu eingeladen sind darauf Platz zu nehmen. Der Betrachter muss nicht das Bild anschauen, um eine Verbindung zu diesem herzustellen, denn es ist immer da, selbst wenn es gerade nicht gesehen wird.

Sathit_Sattarasart_It_is_what_it_is_a_pedestal_for_Tobias_Rehberger_2017_3Sathit Sattarasart: It is what it is (a pedestal for Tobias Rehberger), 2017, Courtesy of the artist, Photo: Axel Schneider

Wie hat dein Studium an der Städelschule deine künstlerische Arbeit geprägt?
Das Wichtigste für mich ist, neben den Diskussionen mit Professoren, von Kommilitonen zu lernen, um zugleich mehr darüber zu erfahren, was ich selbst geschaffen habe.

Was sind deine Pläne für die Zukunft? Hast du bevorstehende Projekte, auf die du dich freust?
Ich werde weiterhin Arbeiten erstellen und versuchen, hier zu bleiben. Es gibt ein paar Dinge, an denen ich gearbeitet habe und hoffe, dass sie realisiert werden können. Im nächsten Jahr organisiere ich eine kleine Gruppenausstellung in Chiangmai Thailand. Das dürfte spaßig werden.

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A Pedestal for Tobias Rehberger

The title of the installation is self-explanatory: ‚It is what it is (a pedestal for Tobias Rehberger)’. Artist Sathit Sattarasart often deals with the way artworks are presented. In the case of the exhibited work at MMK 3 he has chosen a pedestal, in which the work on display – a watercolor by Frankfurt artist Tobias Rehberger ­– has been embedded. The pedestal itself is no object of distance between viewer and work, on the contrary, it is a medium of participation, a seating that invites the viewer. By that, Tobias Rehberger’s work is always present, while being unobtrusive at the same time. Through his unusual interpretation of a pedestal Sattarasart honors his professor at Städelschule and invites the visitor to join him in such act.

On the occasion of graduating Städelschule we spoke to the Sathit Sattarasart about the idea behind the work, being brave and his future plans.

 

What does being brave mean to you?
I wish I knew the answer to that one.

Is it brave to be an artist in 2017?
It sounds like a question that I will think about before crying myself to sleep at night.

Can you give a little background information on your exhibited work. How did you come up with the idea behind?
I remember in 2013 for my second Städelschule Rundgang, I put up a small exhibition in my studio to exhibit works from my art teachers from before Städelschule time. I translated my ideas into frames for the works, which they sent me. I think it worked well in the context.

And about this work for my graduation exhibition, it is quite simple. As I thought it is my chance that I can do something in school context and have a closure to my previous work. Respectfully, I made a pedestal for my Prof. Tobias Rehberger’s work. This time I am focusing more about the idea of pedestals. Maybe they can support artwork, can create a better condition for the work. There are so many ways of supporting. Even for a painting, I created a pedestal that support the weight of the viewers, who are welcome to sit and lie down on top of it. The viewers don’t have to look at the painting to create any connection between the work and them, because the work is always there even when nobody is looking.

How have your studies at Staedelschule shaped your work?
The most important thing to me, apart from discussion with professors is to learn from fellow students, to understand more about what I have been doing.

Being a graduate of Staedelschule, what are your plans for the future? Do you have upcoming projects you’re looking forward to?
I will be continue creating works, trying to stay around here. There are a few things that I have been working on and I hope they can be realised. Later next year I have a small group exhibition that I am organising in Chiangmai Thailand. It might be fun.

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