Jean-Christophe Ammann

Digitales Kondolenzbuch für Jean-Christophe Ammann

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Jean-Christophe Ammann (* 1939 –†2015) Foto: Wolfgang Träger

Porträt Jean-Christophe Ammann © Foto: Wolfgang Träger

Jean-Christophe Ammann (*1939 – †2015)

Am 13. September 2015 ist der ehemalige langjährige Direktor des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main Jean-Christophe Ammann im Alter von 76 Jahren nach langer Krankheit in Frankfurt am Main gestorben.

Von 1989 bis 2001 leitete Jean-Christophe Ammann das MMK, unter dessen Ägide das Haus 1991 eröffnet wurde. Mit seiner klugen, einfühlsamen und streitbaren Art und seiner Vision für ein lebendiges Museum der Gegenwartskunst prägte er die Programmatik und Sammlung des Hauses. Er schuf das Fundament für ein einzigartiges  Museum, das bis heute seinen Geist atmet, und führte es zu internationalem Renommee. Seine große Nähe zu den Künstlern und der Kunst unserer Zeit und seine mit Experimentierfreude gepaarte Entschiedenheit machten den Schweizer Kurator zu einem der bedeutendsten europäischen Museumsleiter seiner Generation. Mit den im halbjährlichen Turnus stattfindenden „Szenenwechseln“ im MMK entwickelte Ammann immer wieder neue Sichtweisen auf die internationale Kunst der Gegenwart und baute die Museumssammlung maßgeblich aus. Nach seinem Ausscheiden aus dem MMK überließ er 2001 dem Museum mehrere Werke aus seiner Privatsammlung sowie seine gesammelte Korrespondenz, die im Jean-Christophe Ammann Archiv inventarisiert wurde. Bis zuletzt führte er als freier Kurator, Autor, Kunsttheoretiker und Sammlungsberater seine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit der Kunst der Gegenwart mit ungebrochener Lust an dem Entdecken und der Förderung junger Positionen fort.

Es war Jean-Christophe Ammanns Wunsch, dass keine Trauerfeier stattfindet. Zu gegebener Zeit wird es eine Gedenkveranstaltung zu Ehren von Jean-Christophe Ammann im MMK geben. Ort und Zeitpunkt werden noch bekannt gegeben.

Am Freitag, den 25. September 2015, gibt es die Möglichkeit an der Urne Abschied zu nehmen (Bestattungshaus Kistner und Scheidler, Hardenbergstraße 11, Frankfurt am Main, 12-18 Uhr). Ein Kondolenzbuch liegt im Foyer des Museums aus.

10 Kommentare zu “Digitales Kondolenzbuch für Jean-Christophe Ammann

  1. „Mit Jean-Christophe Ammann ist einer der großen, wegweisenden Ausstellungs-
    und Museumsmacher der Gegenwart verstorben. Er hat den geistigen Grundstein des MMK gelegt und es zu einem bis heute in der ganzen Welt hoch respektierten Museum gemacht. Seiner tiefgreifenden, den existentiellen Dimensionen des Daseins nachgehenden Auffassung der Kunst fühle ich mich bis heute eng verbunden. Das ganze Team des MMK gedenkt seiner mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit.“ (Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK)

  2. Als Studentin der Kunstpädagogik habe ich mehrere Jahre lang sein Seminar „Vom Sprechen über Kunst“ besucht, das er als nebenberuflicher Dozent an der Uni Frankfurt angeboten hat. Am Freitagnachmittag traf man sich alle zwei bis drei Wochen im MMK, im Städel, der Schirn etc. um eine aktuelle Ausstellung zu besuchen und sich im Anschluss darüber zu unterhalten. Das war immer ein großartiger Ausklang der Uni-Woche. Viele Sprüche und Anekdoten über die Kunst, verschiedene Künstler etc., die Herr Ammann dabei getätigt hat, werde ich nicht vergessen. Ich habe noch einen längeren handschriftlichen Brief von ihm, mit dem er mir auf eine schriftliche Arbeit, die ich ihm zugeschickt hatte, geantwortet hat. Ein „großer Kämpfer für die Kunst“ (Frankfurter Rundschau) ist gegangen. R.I.P.

  3. Wir haben einen wunderbaren Menschen und unvergesslichen Freund verloren. Wir sind sehr traurig und werden Jean-Christophe sehr vermissen.
    Andrea u. Carl-L. v.Boehm-Bezing

  4. Für die „Moderne Kunst“ in Frankfurt,im deutschsprachigen Raum und international ein großer Verlust.

    Wir vermissen Dich!
    Manfred u. Brigitte Kaufmann

  5. Ich hatte als neues Vorstandsmitglied und Kunstamateur die Ehre und Freude Jean Christophe Amman bei der Entwicklung der Kunstsammlung „XL Photography“ der Deutsche Börse AG zu begleiten. Seine privaten Einführungen für mich in die Moderne Kunst in mehreren Montagsrundgängen im MMK werde ich nie vergessen. Meine heutige Freude und Beschäftigung mit Kunst ist klar von ihm geprägt. Die Sammlung ist sicher eines der Denkmäler bzw. Leuchttürme, die uns immer wieder an Jean Christophe erinnern werden.

    Ich bin ihm unendlich dankbar.

    Christoph Lammersdorf
    ehem. Vorstand Deutsche Börse AG

  6. Helga und ich, sind an den Freitagen, wenn Ammann die Seminare geleitet hat, durchschnittlich 600 km gefahren – alleine um ihn zu erleben, ihm zuhören zu dürfen, mit ihm persönlich reden, diskutieren, lachen zu können. Die schönsten Gespräche fanden danach beim Essen statt und alles was unausgesprochen blieb, wechselte man in Briefen. Ammann schrieb meistens sehr kurze, aber dennoch sehr intensive „Briefchen“. Auf alten Postkarten, teilweise überklebt, beschrieb er zunächst was es mit dem Motiv auf sich hat (selbstverständlich handelte sich um KUNST!) und ging dann zum persönlichen Inhalt über. Er wählte die Karten natürlich nicht zufällig aus. Es floss ineinander über. Darin allein, war immer eine Botschaft enthalten, eine Metapher. Wenn ich seine Bücher lese, begleitet mich seine Stimme, auch die Pausen höre ich und ich sehe seine vielen Gesichtsausdrücke. Es ist ein wunderbares Geschenk ihn gekannt zu haben. Ich bin zutiefst dankbar für alles was ich lernen konnte und alleine für die unvergessliche Zeit mit Helga, Ammann, Jutta, Anika und Eva.
    Alexandra Stegh „OLA“

  7. Ich bin in den späten 1980er Jahren in den „Club der Museumsfreunde“ eingetreten als Anteilnahme am Projekt MMK, an der spannenden Architektur, an der Sammlung. Vieles war neu für mich. – Da bin ich JCA begegnet, habe an Führungen, Eröffnungen, Kunsttalks teilgenommen und viel gesehen, gelernt, mitgenommen. Der Enthusiasmus, den er verbreitete,war ansteckend. Die Begeisterung übertrug sich. Ich habe mich auf die Sommerbriefe gefreut, auf Buchempfehlungen, die ich oft umgesetzt habe.
    Die Spannbreite seiner Vertrautheit mit Kunst, von früher Malerei bis zu zeitgenössischen Installationen war imponierend.Noch wirkungsvoller war das Ansteckende, das seine Haltung vermittelte. Dazu kam Humor und vielleicht ? Lebensfreude.
    Brigitte Kümmell, Worms
    Kunsterzieherin unde Malerin

  8. Jean-Christophe ist nicht ganz verschwunden, doch mit dem Tod seines Körpers, seiner fleischlichen Existenz, ist eine unglaubliche Leerstelle entstanden. Er war mit Leib und Seele der Kunst verbunden und scheute sich nicht auch all die Orte aufzusuchen, wo die Kunst entsteht. Er ging immer an die Front. Die Ateliers der Künstler waren sein zu Hause, wie auch damals das Museum, wo er international bekannte als auch regionale noch unbekannte Künstler ausstellte. Jean-Christophe nannte die Dinge stets unverblühmt beim Namen, vorallem deshalb war es so spannend ihm bei der Betrachtung eines Werkes zuzuhören. Er vermochte es die Kunst den Menschen nahe zu bringen, ohne intellektualisierte Umwege, ohne wenn und aber. Jean-Christophe fehlt. Es bleibt zu hoffen, dass etwas von ihm weiter wirken wird. Es braucht Menschen wie Jean-Christophe, die sich nicht den Trends verschreiben-, sondern mit aufrichtiger Inbrunst dem Wesentlichen nachspüren.

  9. Jean-Christophe hat mir den Weg zur modernen Kunst aufgezeigt. Einen Weg, den ich noch immer mit großer Freude gehe. Viel habe ich von ihm gehört und gelernt in Sachen Kunstverständnis. Auch persönlich hat er mir eine Menge gesagt und mich beeindruckt. Sehr gerne denke ich an ihn zurück.

  10. Wahrhaftigkeit und Humor, Offenheit und Menschenliebe, Wissen und Fühlen, das habe ich bei Jean-Christophe Ammann im besonderen bezogen auf die Bildende Kunst und die Künstler erleben können. Darüber bin ich sehr froh und sehr dankbar.

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