knowing/Tuchfühlung

“MODE IST KOMMUNIKATION”: Kostas Murkudis im MMK

Kostas Murkudis ist seit jeher ein Grenzgänger der Mode. Nicht, weil der Modeschöpfer immer auf der Suche nach dem Extrem oder der an Exhibition grenzenden Extravaganz ist, sondern weil seine Kreationen immer ein Wind aus Richtung der Kunst umweht. Widersprüche prägen die Kollektionen seines gleichnamigen Labels, das er nach Erfahrungen bei Wolfgang Joop und Helmut Lang 1994 gründete, ebenso wie die Faszination des Skulpturalen, der plastischen Materialien oder auch der Duchamp’schen Untersuchung der 04. Dimension. So sehr seine textilen Kreationen in jeder Fasern Kunst geatmet haben, so kunstvoll zeigen sich stets auch Kostas Murkudis’ Inszenierungen auf dem Runway (der auch mal in eine Galerie verlegt werden kann) oder vor der Kamera. 2010 wurde das Museum dann selbst zur Bühne der Mode, als Murkudis in enger Zusammenarbeit mit dem Sound- und Videokünstler Carsten Nicolai mit einer eigens dafür entworfenen Kollektion eine multimediale Modenschau im MMK Museum für Moderne Kunst präsentierte. In diesem Sommer kehrt Murkudis gemeinsam mit Nicolai in das Frankfurter Museum zurück, um seine erste umfassende Museumsausstellung zu präsentieren.

„Mit sozialen, skulpturalen und partizipatorischen Fragestellungen verändert er unsere Vorstellungen und unseren Blick auf Mode. Seine umfassenden Recherchen und die sichtbaren architektonischen Einflüsse sind weitere Aspekte, die sein gesamtes Werk durchziehen“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung.

Kostas Murkudis in Zusammenarbeit mit Carsten Nicolai; Modenschau im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, 2010 Foto: © MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main / Renato Ribeiro Alves

Kostas Murkudis in Zusammenarbeit mit Carsten Nicolai – Modenschau im MMK, 2010
Foto: © MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main / Renato Ribeiro Alves

Ausgehend von ihrem Part einer Schenkung aus dem Jahr 2013, mit der Kostas Murkudis große Teile seines Archivs, Originalentwürfe und Prototypen an die drei internationalen Museumssammlungen des MMK, des Palais Galliera – Musée de la mode de la ville de Paris sowie des japanischen Kyoto Costume Institute übergab, öffnen sich ab dem 17. Juli 2015 im MMK 2 erneut die Grenzen von Kunst und Mode, um in ihrem Zwischenbereich die Arbeit von Kostas Murkudis zu finden. Auch dieses Mal hat sich der Designer dafür mit Carsten Nicolai zusammengetan, der die Ausstellungsarchitektur sowie Displays entwirft und den Kontext schafft, in dem sich Murkudis’ Mode bewegt:

“Mode ist Kommunikation. Es ist das Mittel, mit dem ich mich auf die bestmögliche Art ausdrücken kann.” (Kostas Murkudis)

Den Dialog mit den Besuchern werden im MMK, stellvertretend für Murkudis’ Oeuvre, ausgewählte Kollektionen, Werkgruppen und Prototypen suchen, „die Aspekte seines Schaffens durch weiterführende Materialien vertiefen und durch unterschiedliche Formen der Präsentation erfahrbar machen“, kündigt das MMK an. Darüber hinaus wendet das Museum mit der Einzelausstellung ebenfalls den Blick nach Innen. Zahlreiche Verbindungen zwischen den Entwürfen des Designers und Arbeiten aus der MMK-Sammlung selbst wurden bei der Gegenüberstellung ausfindig gemacht, die parallel zu Murkudis’ Werk ausgestellt werden: sowohl künstlerische Positionen, die sich in verschiedenster Weise mit Textilien auseinandersetzen und ab Juli den Dialog suchen, als auch Konzepte und Formen des Displays, der Performance, des Ready-Mades, der Materialästhetik sowie weiterer Phänomene und Ansätze, mit denen sich Künstler seit den sechziger Jahren beschäftigt haben.

Text von Teresa Köster für Stylemag (www.stylemag.net)

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