MMK 1|2|3/Sammlungsparcours

Restaurieren im MMK: Der Transport

Wollten Sie nicht immer schon einmal wissen, wie ein überdimensionales Gemälde im Museum um die Ecke kommt, haben aber nie zu fragen gewagt?

Dies ist auch schwer vorstellbar, wenn ein Werk eine Länge von 21 Metern aufweist, so wie das Gemälde „Dansleventreduserpendanhomê“ (2013) von Pélagie Gbaguidi aus der Wechselausstellung „Die Göttliche Komödie“.

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Die Leiterin der Restaurierung im MMK, Annette Fritsch, lieferte die Erkenntnis: Eingerollt und umhüllt von einem Spezialmaterial kam das Gemälde im MMK an. So war es die Aufgabe der Schreiner vor Ort, einen individuell angepassten Spannrahmen zu konzipieren, der als Träger des ausgerollten Gemäldes an der Wand des MMK fungierte. Die „Eckenproblematik“ hatte sich in diesem Fall somit erübrigt.

Tatsächlich sperrige Objekte müssen letztlich in den museumsinternen Lastenaufzug passen, der somit eine substanzielle Komponente des Museumsbetriebs darstellt. Mit den Maßen 4 x 1,56 x 4,2 Metern sprengt der MMK-Lastenaufzug die Grenzen eines gewöhnlichen Aufzuges und ist in der Lage 4.000 Kilo zu transportieren. Die Ausstellung eines Objektes der Sammlung, dessen Maße mit dem Aufzug nicht kompatibel ist, muss auf andere Weise in den Ausstellungsraum gelangen. So wurde zum Beispiel Joseph Beuys „Blitzschlag mit Lichtschein auf Hirsch“ (1958-1985), mit den Maßen 624 x 248 x 50 cm, damals vorausschauend vor Fertigstellung des MMK Museum für Moderne Kunst in der Domstraße im Jahr 1991 über das noch offene Dach eingebracht. Auch der Aufbau oder die Installation einzelner Kunstwerke stellen die Mitarbeiter des Museums vor Aufgaben, die nur mit Hilfe von Spezialkonstruktionen oder Hebebühnen zu bewältigen sind.

Neben der Organisation und Planung der Anlieferung und des Aufbaus stellt der Transport von Kunstwerken einen weiteren wesentlichen Bereich der restauratorischen Tätigkeit dar. Die Kunstwerke der MMK Sammlung sind  öfter unterwegs als man denkt, nicht nur in automobilen Spezialtransporten sondern auch im Frachtraum von Flugzeugen. Der nationale und internationale Leihverkehr stellen die Basis eines abwechslungsreichen Ausstellungsbetriebes dar.

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Beim Transport von Kunstwerken spielt, neben einer strengen Protokollführung des Werkzustandes, die „Verpackung“ eine bedeutende Rolle. Hierbei muss Vieles bedacht werden, so die durable Qualität des Verpackungsmaterials und dessen Verträglichkeit mit dem jeweiligen Objekt. Für jedes Werk, dass das MMK Depot verlässt, muss eine maßgeschneiderte, individuelle Lösung  gefunden werden, die sich auch an der Art des Transportes orientieren muss.  So gibt es zum Beispiel für längere Reisen spezielle Klimaboxen, welche die klimatischen Bedingungen des Museums für 24 Stunden aufrechterhalten. Die Restauratoren des MMK oder des Museums, das ein Werk unserer Sammlung ausleiht, fungieren beim Transport in der Regel als eine Art „Bodyguard“ für die Kunstwerke und lassen diese bei ihrer Reise nicht aus den Augen. Somit bereisen nicht nur die Kunstwerke die weite Welt, sondern mit ihnen auch die Restauratoren.

Text von Stella Coersmeier

Hier gehts zur Sammlung und den zurzeit ausgestellten Werken.

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