Die Göttliche Komödie/Editionen/Reviewed

Jems Robert Koko Bi „Die Kinder von Gorée“

Im Museumsshop des MMK gibt es die einmalige Chance Holzskulpturen des Künstlers Jems Robert Koko Bi zu erwerben. In seinen Werken untersucht Koko Bi (*1966 Sifra, Elfenbeinküste) die Phänomene von Raum und Geschichte, insbesondere in ihrer Beziehung zu Tragödien, die Menschen betreffen, wenn sie ihre Heimat verlassen und Migrantenströmen auf der Suche nach einem besseren Leben folgen.

Jems Koko Bi, Die Kinder von Gorée, 2001

Jems Koko Bi, Die Kinder von Gorée, 2001

Koko Bis Arbeit „Die Kinder von Gorée“ stellt eine intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit der Geschichte der im Westen Afrikas liegenden Insel Gorée, Koko Bis Heimat, und deren Bevölkerung dar. Es ist Koko Bis Anliegen, die paradiesischen Assoziationen, die mit der Insel verbunden sind, aufzubrechen und in dem Zuge eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Sklaverei anzuregen.

Durch seinen Aufenthalt in Europa kann Koko Bi das Geschehen auf der Insel aus der Distanz reflektieren und Orte der Heimat und Flucht künstlerisch vereinen. Stadtatmosphären, Räume und Menschen in Europa erinnern ihn an Gorée und an Flüchtlinge aus dem eigenen Land. Dabei steht für Koko Bi nicht im Vordergrund, den Schmerz wiederzubeleben, sondern den Prozess des Vergessens aufzuhalten.

Die hundert von Koko Bi erstellten hölzernen Skulpturen sollen stellvertretend für die vielen Menschen Gorées stehen, die unter schwierigsten Bedingungen ihr Land verlassen mussten. Der symbolische Charakter der Skulpturen wurde besonders durch eine Performance bestärkt, in der diese nach Gorée gebracht wurden. Diese Performance kann als Anliegen des Künstlers verstanden werden, eine  ursprüngliche Einheit wieder herzustellen.

Jems Koko Bi, Convoi Royale, 2007

Jems Koko Bi, Convoi Royale, 2007

In der Ausstellung „Die Göttliche Komödie“ ist der Künstler mit der Arbeit „Convoi Royal“ (2007) vertreten. Die aus gebranntem Pappelholz geschnitzten Köpfe, die sich in einem Holzboot stapeln, hebt Koko Bis künstlerischen Ansatz besonders hervor. Die Installation steht symbolisch für einen langen Weg übers Meer, den Flüchtlinge in der Hoffnung auf ein besseres Leben auf sich nehmen.

Jems Robert Koko Bi
 „Die Kinder von Gorée“, 2001


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