Die Göttliche Komödie/Reviewed

Die Göttliche Komödie in der Kunst – Eine 700jährige Bildgeschichte

Am Dienstag, den 10. Juni um 19 Uhr wird die Kunsthistorikerin Dr. Friederike Wille
in ihrem Vortrag im Rahmen der Ausstellung „Die Göttliche Komödie“ Dantes Klassiker der Weltliteratur aus kunsthistorischer Perspektive beleuchten. Seit seiner Entstehung im frühen 14. Jahrhundert bis heute ist Dantes Epos eine Inspirationsquelle für Künstler.

Amal Kenawy, The Fighter Red Fish, 2010 (Filmstill) © Amal Kenawy

Amal Kenawy, The Fighter Red Fish, 2010 (Filmstill) © Amal Kenawy

In dem literarischen Werk setzte sich der italienische Dichter Dante Alighieri (1265-1321) mit theologischen, philosophischen und moralischen Fragen auseinander, die bis heute von gesellschaftlicher und politischer Brisanz sind. Dantes Verse eröffnen Bildwelten, die bei Malern wie Bildhauern eine große imaginäre Kraft entfalten und zu Hauptwerken der europäischen Kunstgeschichte geführt haben: begonnen bei Handschriften schon kurz nach Dantes Tod über Giotto di Bondone, Sandro Botticelli, Eugène Delacroix, William Blake, Auguste Rodin bis hin zu Robert Rauschenberg, einem bedeutenden Vertreter der amerikanischen Pop Art in der Sammlung des MMK. Derzeit befasst sich in dem Frankfurter Museum erstmals eine Ausstellung, in der ausschließlich afrikanische Künstler vertreten sind, mit dem zentralen Werk westlich-christlichen Gedankenguts. Sie zeigt einen neuen, durch die unterschiedlichen kulturellen, ethnischen und religiösen Hintergründe der Künstler geprägten Blick auf die „Göttliche Komödie“.

Botticelli, Inferno, Aus dem Zyklus " Die Göttliche Komödie", 1482 - 1503

Botticelli, Inferno, Aus dem Zyklus „Die Göttliche Komödie“, 1482 – 1503

Friederike Wille erforscht im Rahmen eines groß angelegten, kunsthistorischen Projektverbunds, der Kolleg-Forschergruppe „BildEvidenz“ an der Freien Universität Berlin, die komplexe Bildgeschichte der Göttlichen Komödie in unterschiedlichen Medien und unterschiedlichen historischen und räumlichen Kontexten.

Besonders interessant sind dabei die Fragen nach der spezifischen Ästhetik der visualisierten Jenseitsreiche. Wie werden diese „Orte“ sinnlich evident? Aber auch: In welcher Weise beziehen sie sich auf jeweils gesellschaftliche Wirklichkeiten?

Es wird damit eine der ältesten und grundsätzlichsten Fragen der Kunstwissenschaft angeschnitten, die nach Repräsentation und spezifischer Eigenpräsenz der künstlerischen Intervention. In dieser Perspektive lassen sich etwa historische, Florentiner Künstler (wie Botticelli hier im Bild) ebenso wie afrikanische Gegenwartskünstler befragen.

Wim Botha, Prism, 2014,  Installationsansicht MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Foto / photo: Axel Schneider © MMK Frankfurt

Wim Botha, Prism 10 (Dead Laocoön), 2014, Installationsansicht MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Foto / photo: Axel Schneider © MMK Frankfurt

In ihrer wissenschaftlichen Laufbahn hatte Dr. Friederike Wille bereits an zahlreichen Stellen Berührungspunkte mit den Themen der Ausstellung im MMK. Die Forschungsschwerpunkte der vielfach ausgezeichneten Wissenschaftlerin liegen im Bereich der italienischen Malerei des Trecento, der Medien- und Bildgeschichte und der Imaginationen und Visualisierungen des Jenseits. Von 2002 bis 2007 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin für das interdisziplinäre Projekt Divina Commedia. Text – Bild –Kommentar. Seit 2012 ist sie wissenschaftliche Koordinatorin der Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz an der Freien Universität Berlin. Im Juli wird Johannes Hoff, Professor für Systematische Theologie am Heythrop College, in einem weiteren Vortrag die Göttliche Komödie theologisch einordnen.

In Kürze erscheinen:

Hg. von Friederike Wille und Klaus Krüger: Kunst der Dantezeit. Diskurse und Figurationen, München: Wilhelm Fink

Hg. von Friederike Wille und Gerald Kapfhammer: Grenzgänger. Mittelalterliche Jenseitsreisen in Text und Bild, Bielefeld: transcript

Zum Forschungsprogramm der BildEvidenz:
http://bildevidenz.de/forschung/

Dienstag, 10. Juni, 19 Uhr
Vortragssaal des MMK
„Die Göttliche Komödie“ in der Kunstgeschichte
Ein Vortrag von Dr. Friederike Wille (Freie Universität Berlin)

Eintritt: 6 Euro

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